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Presse-Information

BUND-Ortsgruppe Heilbronn zur Köpfer-Schießanlage:

Auf Wurftaubenanlage verzichten oder Schießstand verlegen!

Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Ortsgruppe Heilbronn

Anerkannter Naturschutzverband nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz

Geschäftstelle Heilbronn
Lixstraße 8
74072 Heilbronn
Tel. 07131/77 20 58
Fax 07131/77 20 59

Heilbronn, 27.03.2003

Die BUND-Ortsgruppe Heilbronn fordert die Kreisjägervereinigung auf, auf den Neubau der Wurftaubenschießanlage im Köpfertal zu verzichten oder aber die ganze Schießanlage an einen weniger empfindlichen Ort zu verlegen.

Der Bericht über die Hauptversammlung der Kreisjägervereinigung in der Heilbronner Stimme vom 24.03.2003 schafft nach Auffassung der BUND-Ortsgruppe mehr offene Fragen, als er beantwortet.

Im Antrag der Jägervereinigung, der dem Umweltamt der Stadt Heilbronn zur Genehmigung vorliegt, wird ein Schießbetrieb an 200 Werktagen (einschließlich Samstag) und zusätzlich an weniger als 10 (also maximal 9) Sonntagen beantragt. Die Zusage von Freiherr von Künsberg, auf das sonntägliche Schießen zu verzichten, begrüßen die Umweltschützer, betrachten sie jedoch als Selbstverständlichkeit. Sie weisen darauf hin, dass der stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägervereinigung, Herr Röckel, bei der Sitzung des Landesnaturschutzverbands am 19. Februar schon eine viel weitergehende Zusage gemacht hat, nämlich die Beschränkung auf 150 Schießtage im Jahr – das entspricht etwa dem bisherigen Betrieb an drei Wochentagen.

Die Lärmbelästigung der Rehe im Wald, die laut Freihherr von Künsberg nicht besteht, hat der BUND nie als Argument angeführt. Dagegen betrachtet er die zunehmende Lärmbelästigung der Erholung Suchenden im Köpfertal, aber auch der Bewohner angrenzender Wohngebiete, als schwerwiegendes Argument gegen das Projekt der Jäger.

Auch bei der Tierwelt bringen die Jäger einiges durcheinander: Hirsch- und eventuell Juchtenkäfer werden nicht in erster Linie durch den Lärm beeinträchrtigt, sondern durch die beabsichtigte Fällung von Bäumen, insbesondere alter Eichen. Dagegen spielt bei Fledermäusen, darunter zwei Arten, die als europaweit von besonderer Bedetung gelten, und bei Vögeln, unter anderem mehrere Specht-Arten, die Zunahme der Lärmbelästigung eine wichtige Rolle.

Der BUND freut sich, dass Herr Röckel seine Motive zu verstehen versucht. Leider hat der Vize-Kreisjägermeister dabei nicht ins Schwarze getroffen. Der BUND bekommt keine Landeszuschüsse aus Steuermitteln und kann deshalb auch keine gestrichen bekommen. Aus Glücksspirale-Mitteln wurde tatsächlich eine Projekt des BUND-Heilbronn gefördert, allerdings aus dem Topf, den das Ministerium für den ländlichen Raum verwaltet – mit diesem hat die Erweiterung der Schießanlage nichts zu tun.

Richtig ist, dass die BUND-Ortsgruppe Heilbronn die Finanzierung von Sanierung und Erweiterung der Schießanlage Köpfertal aus Mitteln der Glücksspirale, die eigentlich für Umweltschutzzwecke gedacht sind, entschieden ablehnt. Grund für die ablehnende Haltung ist, dass diese Mittel für wichtige ökologische Maßnahmen an anderer Stelle fehlen – beispielsweise für Maßnahmen der Gewässerökologie. Futterneid kann nicht das Motiv sein – der BUND Heilbronn hat keine Anträge auf Glücksspirale-Mittel des Umweltministeriums gestellt.

Der BUND weist darauf hin, dass die Angaben der Kreisjägervereinigung zur Finanzierung ihres Projekts widersprüchlich sind:

In der Heilbronner Stimme vom 05.02.2003 steht, 50 % der 1,3 Millionen Euro seien Rückflüsse aus der Jagdabgabe, der Rest werde von der Kreisjägervereinigung aus einer Umlage finanziert. Im Artikel vom 24.03.2003 steht dagegen, das Projekt werde vom Land mit Steuergeldern zu 50 % bezuschusst. 10 % zusätzlich solle es aus Einnahmen der Glücksspirale geben. Der BUND fordert die Jäger auf, eindeutige Aussagen über die Finanzierung des geplanten Projekts zu machen.

Der BUND sieht zwei Möglichkeiten, die verfahrene Situation zu lösen: Die erste ist der Verzicht auf die Wurftaubenschießanlage. Bei dem Betrieb lediglich der 100-m-Schießbahn und der Schießstände mit dem laufenden Keiler und dem kippenden Hasen wären die Probleme mit Lärmschutz, Boden- und Wasserschutz sowie Landschaftsbild wesentlich leichter in den Griff zu bekommen.

Die zweite ist die Verlegung der gesamten Schießanlage an einen anderen, weniger störenden Standort. Die Umweltschützer sind gern bereit, dafür Vorschläge zu machen.

Adresse für Rückfragen:

BUND-Geschäftsstelle Heilbronn
Lixstraße 8
74072 Heilbronn
Tel. 07131/772058
Fax 07131/772059

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