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Presse-Information

BUND-Ortsgruppe Heilbronn zum geplanten Ausbau der Schießanlage:

Einstellung statt Erweiterung des Schießbetriebs im Köpfer!

Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Ortsgruppe Heilbronn

Anerkannter Naturschutzverband nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz

Geschäftstelle Heilbronn
Lixstraße 8
74072 Heilbronn
Tel. 07131/77 20 58
Fax 07131/77 20 59

Heilbronn, 23.01.2003

Die Ortsgruppe Heilbronn des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wendet sich entschieden gegen die Absicht der Kreisjägervereinigung Heilbronn e.V., ihre Schießanlage Köpfer auszubauen und zeitlich ausgedehnter zu nutzen.

Gegen die geplante Investition und Nutzungserweiterung spricht nach Auffassung des Naturschutzverbandes, dass die Ausdehnung des Schießbetriebs und die geplanten Erdbewegungen dem Schutzzweck des dortigen Landschaftsschutzgebiets „Erhaltung des besonderen Erholungswerts für die Allgemeinheit“ und „Erhaltung des Landschaftsbilds“ zuwiderläuft. Schon heute wird der Schießbetrieb von Menschen, die im Köpfertal Erholung suchen, als erhebliche Belästigung empfunden. Auch Bewohner und Wohnungserwerber der Wohngebiete an der Nürnberger und Reutlinger Straße sowie im Badener Hof empfinden diesen Lärm als Belästigung.

Die geplanten Dämme von bis zu 22 m Höhe, Aufschüttungen bis zu 15 m und Abtragungen bis zu 9 m führen nach Auffassung der Naturschützer zu erheblichen nachteiligen Veränderungen des Landschaftsbildes. Das benachbarte Naturschutzgebiet Köpfertal wird zusätzlich durch Eintrag von Blei aus dem Abwasser der Anlage belastet.

Das Köpfertal verliert durch Lärm, Bleieintrag in den Boden und in Gewässer und durch Fällung alter Eichen mit Bruthöhlen für Spechte und Fledermäuse erheblich an Wert. Dieser Wertverlust betrifft die Allgemeinheit als Erholung suchende, die Lebensgemeinschaft des Köpfertals und die Lebensgemeinschaft der Baumhöhlen.

Als besonders gravierend beurteilt der BUND die zu erwartende Beeinträchtigung der Fledermausarten Großes Mausohr (Myotis myotis) und Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteini). Beide wurden im Köpfertal nachgewiesen. Für beide besteht ein europaweites Schutzinteresse, dokumentiert in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Tiere, Pflanzen, Lebensraum). Besonders wertvoll ist der Bestand der Fledermausart Großes Mausohr.

Der BUND beurteilt die Absicht des Wirtschaftsministeriums, den Ausbau der Schießanlage Köpfer mit Steuergeldern zu fördern, als skandalös. Nach seiner Auffassung besteht kein öffentliches Interesse, in diesem empfindlichen Bereich das Schießen, insbesondere auf Tontauben, zu erlauben. Die Lage in einem Landschaftsschutzgebiet, in enger Nachbarschaft zu einem herausragenden Naturschutzgebiet und zum Ehrenfriedhof sowie umrahmt von einem europaweit bedeutsamen Fauna-Flora-Habitat-Gebiet verbietet den langfristigen Betrieb einer Tontauben-Schießanlage an diesem Ort.

Die Natur und die vielen Bewohner unseres Raums, die im Köpfertal Erholung suchen, haben ein Anrecht auf Ruhe in diesem Gebiet, ebenso wie die Bewohner der benachbarten Wohngebiete (Gartenvorstadt bei der Arndstraße, Badenerhof und Nürnberger sowie Reutlinger Straße).

Susanne Schneider
Vorsitzende

Adresse für Rückfragen:
BUND-Geschäftsstelle Heilbronn
Lixstraße 8
74072 Heilbronn
Tel. 07131/772058
Fax 07131/772059

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