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Leserbrief 28.07.2003

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Schießanlage Köpfertal: Wer macht falsche Aussagen?

Kreisjägermeister Freiherr von Künsberg unterstellt im Leserbrief vom 19.07.2003 dem BUND und der Bürgerinitiative gegen eine Schießanlage im Erholungsgebiet Köpfertal, nachgewiesenermaßen falsche Behauptungen aufzustellen. Diesen Vorwurf weise ich entschieden zurück. Der BUND hat sich redlich bemüht, die Tatsachen zu recherchieren. Die Kreisjägervereinigung hat ihm das nicht eben leicht gemacht – Kreisjägermeister von Künsberg hat zwei höfliche Anfragen zur Lärmentwicklung und zur Finanzierung der Schießanlage genauso wenig beantwortet wie die Frage nach dem Grund für den öffentlich von der KJV erhobenen Lügenvorwurf.

Ich will dem Freiherrn meinerseits keine Falschaussagen unterstellen. Er muss sich aber fragen lassen, ob er den Antrag der Kreisjägervereinigung (KJV), der er vorsitzt, wirklich kennt.

Der Kreisjägermeister schreibt, eine Vergrößerung des Schießstandes finde nicht statt. Im Antrag, den sein Stellvertreter unterzeichnet hat, steht jedoch, der 100-m-Kugelschießstand solle von zwei auf vier Bahnen ausgebaut werden und es solle ein neuer Pistolenschießstand gebaut werden. Neu gebaut werden soll außerdem eine Wurfscheiben-Schießanlage mit einem bis zu 22 m hohen plastikbehangenen Wall und kombinierter Trap- und Skeet-Technik.

Freiherr von Künsberg schreibt weiter, das Umweltministerium habe Zuschüsse aus den Mitteln der Glücksspirale zugesagt, und leitet daraus den Schluss ab, der BUND sei darauf neidisch. Minister Stächele hat dagegen auf eine Landtagsanfrage des Abgeordneten Reinhold Gall hin am 26.03.2003 schriftlich erklärt, es sei nicht beabsichtigt, Umbau und Sanierung der Schießanlage Köpfer aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale zu bezuschussen. Es wäre interessant, zu erfahren, ob die KJV andere Zusagen aus Stuttgart hat.

Schließlich schreibt Freiherr von Künsberg, eine über den derzeitigen Zeitraum hinausgehende Nutzungsdauer sei ausgeschlossen. Im Antrag der Kreisjägervereinigung steht jedoch, es solle an 200 Werktagen im Jahr von 7.00 – 20.00 Uhr und an weniger als 10 Sonn- und Feiertagen von 9.00 – 13.00 und von 15.00 – 20.00 Uhr geschossen werden. Inzwischen hat der stellvertretende Kreisjägermeister Röckel erklärt, die KJV wolle auf die Sonntage verzichten. Die KJV bleibt jedoch bei der Absicht, samstags und an zwei weiteren Werktagen von 9:00 bis 20:00 zu schießen – auch in der Mittagspause, während der in Heilbronn sogar der Betrieb von Rasenmähern eingeschränkt ist.

Schon Fürst Otto von Bismarck wusste, dass Jäger ein flexibles Verhältnis zur Wahrheit haben. Wenn aber der Kreisjägermeister Gegnern seines Projekts wiederholte Falschaussagen unterstellt, sollte er darauf achten, dass das, was er der Öffentlichkeit in Leserbriefen erzählt, dem entspricht, was sein Verein bei der Stadtverwaltung beantragt hat.

Gottfried May-Stürmer

BUND-Regionalgeschäftsführer

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