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Bärlauchduft und Zaunkönigklang

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Heilbronner Stimme, 9. April 2003, von Monika Kech
Bärlauchduft und Zaunkönigklang

Ein Spaziergang mit Naturschützern zu Flora und Fauna durchs Heilbronner Köpfertal

Das Köpfertal entlang! Auf einem geführten Spaziergang zeigte der Naturschutzbund (NABU) Heilbronn, was an Flora und Fauna im zeitigen Frühjahr dort anzutreffen ist. Kritisch sieht der NABU die Pläne zur Erweiterung der Schießanlage und zur Sanierung des Köpferstausees.

"Der Weg, und was man da hören und sehen kann, ist unser Ziel", sagt Helmut Lang vom NABU Heilbronn. Er führt gut 20 Erwachsene und ein halbes Dutzend Kinder durchs Köpfertal. Gleich nach wenigen hundert Metern stoppt er: "Dieser gelbe Frühjahrsblüher ist das Scharbockskraut mit seinen runden glänzenden Blättern." Auch das Vogelgezwitscher kann der Experte bestimmen. Es ist der Ruf des Zaunkönigs.

Vor allem die Kleinsten sind mit riesigen Ferngläsern bewaffnet und versuchen, den Vogel ins Blickfeld zu bekommen. Was ist denn das für ein Geruch? – Bärlauch! Richtige grüne Teppiche breiten sich zu beiden Seiten des Köpferbachs aus. Mitwandernde Hausfrauen sammeln die duftenden Blätter. Sie machen Bärlauch-Pesto draus: Die Blätter mit Olivenöl und etwas Salz fein hacken und über Spaghetti geben oder als Brotaufstrich verwenden.

Und was gibt es sonst noch alles zu sehen: Stockenten, Misteln in den noch kahlen Baumkronen, Sumpfdotterblumen, Silberweiden, die ihren Namen nach dem silbrigen Laub haben. Die "Würstchen" an Erlen und an Haselnusssträuchern stäuben gelben Blütenstaub. "Das sind bei den Bäumen immer die Männer", erklärt Helmut Lang den sechs mitwandernden Kindern.

Sorgenvoll blickt der Naturschützer auf den Damm am Köpferstausee. Der Damm sei einsturzgefährdet und solle erhöht und verbreitert werden, weiß Hellwig. Eine breite Straße solle zu dem Regenrückhaltebecken führen. "Dann steht hier kein Baum und kein Strauch mehr", warnt der Naturschützer. Weiter oben hört man schon das Knallen vom Schießstand. Dort ist der Boden bleibelastet und muss saniert werden. Der NABU befürchtet eine höhere Lärmbelästigung, wenn die Anlage beim Umbau gleichzeitig erweitert wird. "Schließlich ist das Köpfertal ein Naherholungsgebiet", schimpft Hellwig. Aber vielleicht werden im fraglichen Gebiet ja Larven vom Hirschkäfer gefunden. Dann fällt es unter die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien der EU. "Und dann hat der Naturschutz Vorrang vor allem anderen", hofft der NABU-Vorsitzende.

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